Trekkingrucksack-Guide Teil 7: Den Rucksack mit Gewicht ausprobieren
Da es Euch mittlerweile leicht fallen sollte einen Rucksack auszuwählen, bzw. zu erkennen welcher Trekkingrucksack der Richtige für Euch ist will ich heute dazu übergehen die in die Endauswahl gekommenen Rucksäcke zu unterscheiden.
Der wichtigste Punkt bei Trekkingrucksäcken ist und bleibt der Tragekomfort. Der beste Trekkingrucksack bringt nichts, wenn er sich nicht absolut hervorragend an Euren Körper anpasst. Um herauszufinden, ob das wirklich so ist müsst Ihr ihn unbedingt früher oder später mit Gewicht ausprobieren. Früher dann, wenn Ihr im Laden kauft und Euch vom Verkäufer einen gefüllten Rucksack aufsetzen lasst. Später dann, wenn Ihr im Internet bestellt und den Rucksack selbst füllt. Dafür eignen sich Bücher beispielsweise ganze prima.
Selbst definiertes Maximalgewicht nicht überschreiten
Am besten ist es, wenn Ihr vorher schon ungefähr wisst wieviel Gewicht Ihr auf Eurem Abenteuer benötigt. Mehr als 20 Kg sollten es kaum werden, das ist nämlich schon sehr viel. Setzt Euch auf jeden Fall ein Maximalgewicht das Ihr auf keinen Fall überschreiten wollt oder könnt. Mit diesem Gewicht packt Ihr dann Euren Trekkingrucksack und lauft ein paar Runden. Grund: Wenn es später doch weniger Gewicht sein sollte, wird der Rucksack auf jeden Fall nur bequemer.
Sobald Ihr den Rucksack gefüllt habt, heißt es aufsetzen und loslaufen. Um Euch eine fundierte Meinung bilden zu können solltet Ihr schon eine gute halbe Stunde unterwegs sein. In großen Outdoor-Fachgeschäften gibt es manchmal eine Teststrecke mit verschiedenen Untergrundbelägen, Stein, Holz, Plaster, usw. Auch Treppen sind bevorzugte Wege zum Ausprobieren. Zuhause habt Ihr es vielleicht ein bisschen einfacher, ab geht’s in die freie Natur! Das solltet Ihr im Geschäft besser lassen, es sei denn Ihr habt nichts gegen eine Anzeige wegen Ladendiebstahl. ;)
Jetzt darauf achten wie sich die folgenden Punkte anfühlen:
Hüftgurt:
Stellt den Trekkingrucksack so ein, dass Ihr das volle Gewicht auf der Hüfte tragt. Jetzt tragt Ihr nur noch einen Bruchteil mit dem Oberkörper und eigentlich sollte von den 20 Kilogramm kaum noch was zu spüren sein. Die Hauiptlast wird von den Beinen getragen, mit die stärksten Muskeln des menschlichen Körpers. Wenn Ihr nach einiger Zeit merkt, dass auch andere Muskelgruppen Ermüdungserscheinungen zeigen, ist der Trekkingrucksack wahrscheinlich falsch eingestellt. Schaut während des Testens darauf, wie sich der Hüftgurt anfühlt, ob es unangenehme Stellen oder Druckpunkte gibt, oder ob der Hüftgurt Reibung verursacht was auf Dauer unkomfortabel wird und im schlimmsten Fall Schmerzen verursachen könnte.
Schultergurte:
Die Schultergurte tragen immer noch eine kleine Last was aber weniger mit dem Gewicht zu tun hat als vielmehr mit dem Ausgleichen der Gewichtsschwerpunktes auf die volle Höhe des Trekkingrucksacks. Kurzum: Ihr seid dem zusätzlichen Gewicht des Rucksacks im Gleichgewicht. Je breiter, je flächiger die Gurte auf Euren Schultern liegen desto angenehmer und effektiver wird es sein.
Bewegungsfreiheit:
Den Rucksack eine halbe Stunde probetragen
Je höher und schmaler ein Trekkingrucksack konstruiert ist, umso mehr Bewegungsfreiheit gibt es für Eure Arme. Ihr merkt aber relativ schnell selbst, ob Ihr eingeengt werdet oder ob Ihr Euch stundenlang wohlfühlen könnt. Es ist aber Geschmackssache, deshalb will ich Euch hier keine Empfehlung geben. Beachtet nur, dass Ihr unterwegs auch mal andere Bewegungen machen müsst als nur geradeaus zu laufen wie zum Beispiel Klettern, Springen usw.
Wenn Ihr all das so macht, die Gurte richtig eingestellt habt und lange genug, das heißt eine gute halbe Stunde herumgelaufen seid, dann merkt Ihr schon von ganz alleine, ob ein Trekkingrucksack passt oder nicht. Und lasst Euch bitte vom Verkäufer nicht bequatschen: Druckstellen gehen nicht einfach weg, Trekkingrucksäcke werden nicht eingelaufen wie Schuhe, sie müssen direkt passen. Habe ich nämlich alles schon erlebt. :-)
Hier gibt es unabhängige Informationen zum Thema Trekkingrucksack.
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