Trekkingrucksack-Guide Teil 4 – Wie wichtig ein gutes Tragesystem ist

Tim Sonnenschein » 05 Oktober 2009 » In trekkingrucksack »

Warum ist der Audi R8 so ein tolles Auto? Weil er atemberaubend aussieht? Auch. Weil er unglaublich teuer ist und jeder davon träumt so einen Wagen zu fahren? Vielleicht.
Egal wie schön ein Auto ist, wie teuer oder wie einzigartig – letztlich ist es nur ein toller Wagen, wenn das Fahren Spaß macht. Und das klappt nur mit einem perfekten Motor.

Tragesystem Deuter Aircontact Pro

Tragesystem Deuter Aircontact Pro

Was der Motor für ein Auto ist, ist das Tragesystem für einen Trekkingrucksack. Es ist das zentrale Konstruktionsmerkmal und mit ihm steht und fällt der Erfolg jedes Trekkingrucksacks. Wenn das Tragesystem seinen Job nicht erfüllt, hat der ganze Rucksack seine Bedeutung verloren.
Wie also sollte das perfekte Tragesystem aussehen? Im besten Fall verteilt es die komplette Last Eures Rucksacks so gleichmäßig auf Euren Körper, dass die Last nicht mehr “lästig” ist. Es unterstützt Euren Körper bei der richtigen Haltung. Es reduziert Schweißbildung. Und wenn doch Schweiß entsteht wird der so abgeleitet, dass Ihr davon nichts merkt. Und erst recht keinen durchnässten Rücken habt.

Das Tragesystem ist also enorm wichtig, hier gibt es die meisten herstellerspezifischen Unterschiede. Das Tragesystem sorgt aber nicht nur für eine optimale Lastübertragung. Es sorgt dafür, dass ein Rucksack wie angegossen passt, dass Ihr auch bei schwierigen Strecken das Gleichgewicht halten könnt und dass Ihr bei leichten Wegen Kraft sparen könnt. Es sollte sich Eurem Körper wie eine zweite Haut anpassen. Und gleichzeitig Eure Körperbewegungen so wenig wie möglich einschränken.

Das Tragesystem sollte passen wie eine zweite Haut

Besonders wichtig ist dafür wiedermal der Hüftgurt. Über ihn werden bis zu 70% Eurer Last auf das Becken verteilt. Und da insbesondere auf dem hinteren Beckenkamm und im Lendenbereich. Um herauszufinden, ob das wirklich der Fall ist, sollte man schon ein paar Schritte mit dem Rucksack laufen. Wenn Ihr im vorderen Bereich der Hüftgegend viel Druck spürt sitzt das Gewicht auf den vorderen Hüftknochen. Das ist aber nicht optimal: die vorderen Hüftknochen liegen außerhalb der Körpermitte, wo Euer Schwerpunkt liegt. In der Folge muss Eure Muskulatur mehr Ausgleichsarbeit verrichten, um den Trekkingrucksack im Gleichgewicht zu halten. Das kostet Kraft.

Auch wenn der Hüftgurt der Star eines jeden Trekkingrucksacks ist, sind die Schultergurte nicht weniger wichtig. Fast alle modernen Trekkingrucksäcke sind mittlerweile mit sogenannten S-förmigen Schultergurten ausgerüstet. Durch die breite Auflägefläche wird auch hier die Last gut auf Euere Schulter verteilt. Dadurch wird Eure Brustmuskulatur entlastet. Außerdem lassen Sie Euren Armen genügend Bewegungsfreiheit. Ein Brustgurt hält sie zusammen um zu verhindern, dass die Schultergurte nach außen rutschen. So bleibt der Trekkingrucksack immer fest am Körper. Ihr müsst nicht immer wieder an den Gurten rumfuchteln um den Rucksack bequem tragen zu können.

Beim Thema Belüftung verfolgen unterschiedliche Hersteller unterschiedliche Ansätze. Es bleibt zu sagen, dass die neuen Technologien wirklich unglaubliche Fortschritte in Sachen Schweißreduzierung gemacht haben. Beispiel Firma Deuter: Die neuen Modelle mit dem Aircontact Pro System sorgen durch gute Belüftung für spürbar weniger Schweiß.

Moderne Belüftungssysteme sorgen für eine ganz neue Trekking Erfahrung

Das konnte ich selbst spüren, indem ich ein älteres Modell dieses Herstellers ohne Aircontact Pro mit einem neuen Trekkingrucksack mit Aircontact Pro verglich. Das Gefühl mit dem Rucksack ist ganz anders: Weniger Schweiß heißt mehr Komfort heißt mehr Ausdauer und Kraft.

Ich bin wirklich gespannt welche Entwicklungen uns hier in Zukunft noch erwarten. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass die Technologie sowohl in Bezug auf Lastenübertragung als auch Tragekomfort und Schweißbildung dieses Trekkingrucksacks wirklich mehr als überzeugend ist.

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